Schinderhannes - Ein deutscher Räuber

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Schinderhannes war ein deutscher Räuber, welcher am Ende des 18. Jahrhunderts lebte. In diesem Artikel stellen wir euch die Figur des Schinderhannes vor und erzählen euch ein bisschen über sein Leben.

Schinderhannes, 18th century German robber
Portrait des Schinderhannes
12.07.2022
Das Leben des Schinderhannes ist eine Geschichte von hinterlistigen Diebstählen, blutigen Raubzügen und ausgelassenen Festen am Anfang des 19. Jahrhunderts. Manche halten ihn für einen kaltblütigen Kriminellen. Andere sehen in ihm einen deutschen Robin Hood. Wer war Schinderhannes wirklich? Und was wissen wir über sein Leben?

Wer war der Schinderhannes?

Wir wissen, dass der Schinderhannes eigentlich Johannes Bückler hieß. Das war sein richtiger Name. Wir wissen außerdem, dass er eine Lehre als Schinder machte - daher der Name Schinderhannes.
Was aber ist ein Schinder? Oder besser: Was war ein Schinder (denn diesen Beruf gibt es heute nicht mehr)? Ein Schinder hat damals toten Tieren das Fell abgezogen und die Felle, Organe, Knochen weiterverarbeitet. Aus diesen Resten hat er dann zum Beispiel Leder, Tierfutter oder Seife gemacht.

Eine kriminelle Karriere

Zurück zu unserem Protagonisten. Im jungen Alter von 15 Jahren wurde ihm vorgeworfen seinem Meister mehrere Tierfelle gestohlen zu haben. Er stritt dies ab, doch es half nichts: Er erhielt eine öffentliche Prügelstrafe von 25 Hieben.
Und so begann die kriminelle Karriere des Schinderhannes. Von nun an begann er, nachts Vieh zu stehlen, wie z.B. Schafe, Schweine oder Pferde, und dieses tagsüber an Metzger und Pferdehändler zu verkaufen.

Juliane Blasius

Eine Weile später lernte er auch Juliane Blasius kennen. Sie wurde seine Räuberbraut und mit ihr und einer Bande von weiteren Kumpanen machten sie die Wälder unsicher.
Sie begleitete den Schinderhannes ganze 3 Jahre lang und half ihm bei seinen Raubzügen. In dieser Zeit soll sie bei den Überfällen auch oft Männerkleidung getragen haben.

Der Prozess

Der Schinderhannes wurde bald sehr bekannt in seiner Gegend und überall gesucht. Dieses Versteckspiel ging lange gut, doch irgendwann erkannte ihn jemand und verriet ihn an die Polizei.
Jetzt lief es nicht mehr so gut. Das Urteil lautete: Tod durch Fallbeil. Die Hinrichtung des Schinderhannes war ein riesiges Spektakel. Mit ihm wurden noch 20 seiner Kumpanen hingerichtet. Die hatte er verraten.

Das Ende

Am 21. November wimmelte es nur so von Menschen, die sich das Spektakel auf dem Jahrmarkt ansehen wollten: 30.000 Schaulustige sollen es insgesamt gewesen sein. Ob diese Zahl stimmt, weiß man nicht so genau.
Was man aber sehr wohl weiß, ist dass sie feierten, tranken, tanzten und spielten. Dann stieg Schinderhannes als Erster auf das Schafott, um dem Tod ins Auge zu sehen. Und so endete das rasante Räuberleben des Johannes Bückler.
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